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Stephan Conermann: Neuere Forschungen zur Sklaverei. Einführung, in: sehepunkte 21 (2021), Nr. 9 [15.09.2021], URL: http://www.sehepunkte.de
/2021/09/forum/neuere-forschungen-zur-sklaverei-261/

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Neuere Forschungen zur Sklaverei

Einführung

Von Stephan Conermann

In den philologisch-regionalwissenschaftlichen Disziplinen, die häufig mit dem sehr problematischen und völlig falsche Vorstellungen weckenden Begriff "Kleine Fächer" assoziiert werden, hat der klassische Sammelband, der aus Konferenzen hervorgeht, nicht unbedingt ausgedient, doch wird er zunehmend abgelöst von Themenheften in internationalen Zeitschriften. Zwei Gründe sind zu nennen: zum einen werden die Publikationen in der Fachgemeinschaft, aber auch darüber hinaus, dort viel besser und vor allem weltweit wahrgenommen. Zum anderen haben fast alle Journale ein Peer-Review-Verfahren etabliert, so dass (nicht immer, aber meistens) die Qualität der einzelnen Beiträge erhöht und auf die thematische Konsistenz der gesamten Sonderausgabe geachtet wird.

Als Flaggschiffe der Sklavereiforschung gelten Esclavages & Post-esclavages/Slaveries & Post-Slaveries [seit 2019; Verlag: OpenEditions Journals; Herausgeberin: Myriam Cottias, Centre international de recherches sur les esclavages et post-esclavages (CIRESC), Paris], Slavery & Abolition. A Journal of Slave and Post-Slave Studies (seit 1980; Verlag: Taylor & Francis; Herausgeber: Gad Heuman, University of Warwick, UK) sowie das Journal of Global Slavery (seit 2016; Verlag: Brill; Herausgeber: Ismael M. Montana, Northern Illinois University, USA). In diesem FORUM finden sich daher die Besprechungen von drei in diesem und im letzten Jahr in diesen Zeitschriften erschienenen Themenheften - zum Management von Plantagen, zur Verstrickung mittel- und osteuropäischer Regionen in den transatlantischen Dreieckshandel und zu Datenbanken, die einen Schwerpunkt auf digitalisierten Quellen zu Sklavereiphänomenen haben.

Als eigenes Forum zur Präsentation neuer Digitalisierungsprojekte versteht sich Enslaved. Journal of Slavery and Data Preservation. Auch hier wird eine der letzten Ausgaben (2,1/2021) vorgestellt. In das schon ältere, sehr bekannte Journal of Social History (seit 1967; Herausgeber: Matthew B. Karush - George Mason University, USA; Verlag: George Mason University Press / Oxford University Press) haben es 2020 Titas Chakraborty und Matthias van Rossum mit ihrem Heft zu "Slave Trade and Slavery in Asia. New Perspectives" geschafft. Da das Thema der direkten und indirekten Verflechtung des europäischen Wirtschaftsraumes und insbesondere deutscher Wirtschaftszweige und -unternehmen in die in Zusammenhang mit der Arbeit versklavter Menschen erzeugten Wertschöpfungsketten in zunehmender Weise an Bedeutung gewinnt, sind in diesem FORUM ebenfalls Besprechungen der beiden gerade erschienenen, von Jutta Wimmler und Klaus Weber bzw. von Rebekka von Malinckrodt, Josef Köstlbauer und Sarah Lentz herausgegebenen Bände zu diesem Thema zu lesen.
Eine Rezension der Dissertation von Sarah Lentz zu deutschen Abolitionist*innen und des Begleitbandes zu der bahnbrechenden Sklavereiausstellung in dem Rijksmuseum Amsterdam runden diese hoffentlich für alle Interessierten spannende Ausgabe ab.

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